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U10 vom TV Lauf mit 5. Platz bei den United World Games 2017


Das Viertelfinale erreicht! Die U10 TV 1877 Lauf behauptet sich auf internationalem Parkett mit einem guten 5. Platz und scheidet gegen den späteren Turniersieger aus.   Endlich war es so weit! Mit großer Vorfreude, nach intensiver Vorbereitun…

Das Viertelfinale erreicht! Die U10 TV 1877 Lauf behauptet sich auf internationalem Parkett mit einem guten 5. Platz und scheidet gegen den späteren Turniersieger aus.   Endlich war es so weit! Mit großer Vorfreude, nach intensiver Vorbereitung und bestens ausgestattet mit den Shirts von Junior Franken reisten 14 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 7 und 10 Jahren zusammen mit ihrer Trainerin Karin Bergdolt zu den United World Games nach Klagenfurt. Das internationale Turnier versprach Erlebnis, Spannung und Spielerfahrung auf höchstem Niveau. Teams aus insgesamt 37 Nationen weltweit waren angereist, um sich sportlich und menschlich zu begegnen und sich in unterschiedlichen Sportarten zu messen.   Der erste Turniertag ließ Zeit zum Ankommen, Zeit zum Schwimmen im wunderbaren Badesee mit pensionseigenem Steg und Zeit für Austausch im internationalen Trainingscamp. Wer hat schon jeden Tag Gelegenheit, gemeinsam mit Mongolen, Indern und Kenianern Basketball im Stadion der Fußball-EM 2008 Basketball zu spielen?   Schnell aber zeigte sich den Kindern „der Ernst des Lebens“, der Turnierplan sah für Lauf kein Zuckerschlecken vor! Ein frühmorgendlicher Turnierstart gegen den „Platzhirsch“  Feldkirchen Tigers inklusive deren Heimschiedsrichtern, dazu eine schwere und nur bedingt nachvollziehbare Viertelfinalkonstellation mit Spiel gegen den späteren Turniersieger – all dies versprach zunächst nicht für das Weiterkommen.   So begann das Turnier leider auch wenig erfreulich. Obwohl der Gegner Feldkirchen Tigers hinsichtlich seines spielerischen Niveaus durchaus schlagbar erschien, konnten wir unser Potential nur bedingt ausschöpfen. Enttäuschend die so offensichtlich parteiischen und für ein Turnier auf diesem Niveau leider wenig kompetenten Schiedsrichter. Fair Play hinsichtlich Taktik und Verhaltens war nicht beim Feldkirchener  Coach und nicht bei den Kindern zu erkennen. Die Schiedsrichter ließen wiederholt grobes Foulspiel gewähren und unterstützen sogar verbal das eigene Team. Einzig positiv war, dass sich trotz diverser Blessuren niemand ernsthaft verletzt hatte. (22:33)   Umso beeindruckender war die Leistung der Kinder im zweiten Spiel gegen Koŝ, des Vereins der slowenischen Volksgruppe in Kärnten. Unbeeindruckt von den Erfahrungen aus dem ersten Spiel setzten die Laufer Kinder nun alles daran, die zweite Begegnung für sich zu entscheiden. Hochkonzentriert und selbstsicher wurde in das Spiel gestartet und mit dem ersten Korb die Führung bis zum Ende nicht mehr abgegeben. Obwohl die Kinder des  Zweitligisten spielerisch deutlich stärker als der vorherige Gegner auftraten, konnten wir klar diese Begegnung für uns entscheiden: Gelungenes Mannschaftsspiel in Kombination mit der nötigen Aggressivität in der Verteidigung ließen uns das Spiel dominieren. Auch wenn das Team durch talentierte Einzelspieler getragen wird, haben alle Kinder Verantwortung übernommen und zu diesem Sieg beigetragen. Lauf gewann verdient und erntete die Hochachtung der Gegner für ihr Spiel. (41:24)   Der Tag schloss mit einer großartigen Eröffnungsfeier im beeindruckenden EM-Stadion, an der wir als eines der ausgewählten deutschen Teams einlaufen und unser Land unter tosendem Applaus präsentieren durften. Nach dem gemeinsamen Ablegen des sportlichen Eids betrachteten wir noch einige tolle Showeinlagen. Besonders beieindruckend war für uns die Show-Dunks-Vorführung und die lautstarke Atmosphäre des langen Abends.   Das dritte und letzte Gruppenspiel am folgenden Tag gegen Team United wurde daher etwas verschlafen geführt, der Sieg war jedoch von Anfang an nicht gefährdet. In diesem Spiel kamen die Kinder der Bank verstärkt zum Einsatz. Sie genossen es sichtlich, internationale Spielerfahrung zu sammeln, viele Wechsel waren möglich und es hatte einfach Spaß gemacht. (35:18)   Mit dem Viertelfinale, souverän geleitet von internationalen Schiedsrichtern (wie auch die Begegnung gegen Koŝ), erwartete uns ein sehr schweres Spiel gegen den späteren Turniersieger B2B Baskets. Die Kinder gingen wie erwartet mit zu viel Respekt in die Begegnung – und auch wenn das B2B Team verdient gewonnen hatte, gelang uns nach Ablegen der ersten Nervosität ein gutes Spiel. Die agil auftretenden amerikanischen Kinder spielten von Beginn an Full Court Press, wie sie in dieser Form in dieser Altersgruppe in Deutschland leider nicht erlaubt ist. So benötigten wir zwei, drei Anläufe, um das in der Turniervorbereitung entsprechend Geübte auch anzuwenden. Zunehmend konnten trotz der Stärke der US-Kinder viele Chancen herausgespielt werden – um sie dann aufgrund dem „Respekt vor der eigenen Courage“ letztlich zu vergeben. Die Chancenauswertung entsprach in etwa nur 20 Prozent. Doch viele schöne Spielzüge sind entstanden, ein schnelles Umschaltspiel gelang und der gegnerischen Presse konnte das eigene Können entgegen gesetzt werden – in diesem Alter eine große Leistung. Der noch nötige erfolgreiche Korbabschluss wird im nächsten Spiel gelingen. Nachdem deutlich wurde, dass wir das Spiel verlieren würden, kamen alle Kinder von der Bank zum Einsatz. Daher spiegelt das Ergebnis nicht wirklich die Spielverteilung wider, macht uns aber auf positive Weise deutlich, wo wir uns verbessern können. Coach und Kinder waren trotz der Niederlage mit ihrer Leistung sehr zufrieden und sehen sich in ihrer Trainingsarbeit bestätigt. (11:44)   Es waren wunderbare Tage in Klagenfurt - ein tolles Team wächst und spielt hier zusammen – es ist ein Geschenk, diese Kinder in ihrer basketballerischen und menschlichen Entwicklung begleiten zu dürfen.   In eigener Sache: Aus der Sicht des Coaches war es eine echte Freude, souverän geleitete Basketballspiele ohne jegliche altersspezifische Regel-Einschränkungen spielen zu dürfen. Dies gemeinsam mit hoher Kompetenz und sehr gutem Spielverständnis der Schiedsrichter trägt zu einer positiven Spielkultur immens bei. Dahingegen sorgen in der heimischen Minibasketball-Landschaft diverse Sonderregelungen auch in den höherklassigen Ligen dafür, dass eine komplette Ausbildung der Kinder nur schwer möglich ist, denn Ausbildung erfordert auch Anwendung des zu Erlernenden. Und um Spielkultur auch bei jungen Spielerinnen und Spielern zu verankern, sind kompetente Schiedsrichter auch im Minibereich unverzichtbar – auch Kinder haben es verdient, gute Schiedsrichter als Spielleiter zu bekommen. Das internationale Parkett macht es deutlich, dass Kinder eine “komplette“ Ausbildung benötigen: Es ist möglich, Basketball auch ohne spielerische Einschränkungen einzuüben und anzuwenden, wenn sie kindgerecht dazu angeleitet werden – Basketball wie es ist!   Diese internationalen Erfahrungen bestätigen mich in meiner Überzeugung als Ausbildende, dass auch U10-Kinder Basketball mit allen vorhandenen Regeln erlernen und taktischen Elementen spielen können und dieser Anspruch auch ihre Spielfreude vertiefen kann.   Um noch einen Schritt weiter zu denken: Ich halte ich es von großer Bedeutung, sich mit dem internationalen Standard der Spielkultur bereits in diesem Alter auseinander zu setzen – und weniger daran zu arbeiten, Regeln immer mehr zu vereinfachen und immer mehr Einschränkungen den Kindern und Coaches aufzuerlegen.   Think straight - Basketball wie es ist! Karin Bergdolt   Hier geht es zur Bildergalerie

Das Viertelfinale erreicht!

Die U10 TV 1877 Lauf behauptet sich auf internationalem Parkett mit einem guten 5. Platz und scheidet gegen den späteren Turniersieger aus.

 

Endlich war es so weit! Mit großer Vorfreude, nach intensiver Vorbereitung und bestens ausgestattet mit den Shirts von Junior Franken reisten 14 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 7 und 10 Jahren zusammen mit ihrer Trainerin Karin Bergdolt zu den United World Games nach Klagenfurt. Das internationale Turnier versprach Erlebnis, Spannung und Spielerfahrung auf höchstem Niveau. Teams aus insgesamt 37 Nationen weltweit waren angereist, um sich sportlich und menschlich zu begegnen und sich in unterschiedlichen Sportarten zu messen.

 

Der erste Turniertag ließ Zeit zum Ankommen, Zeit zum Schwimmen im wunderbaren Badesee mit pensionseigenem Steg und Zeit für Austausch im internationalen Trainingscamp. Wer hat schon jeden Tag Gelegenheit, gemeinsam mit Mongolen, Indern und Kenianern Basketball im Stadion der Fußball-EM 2008 Basketball zu spielen?

 

Schnell aber zeigte sich den Kindern „der Ernst des Lebens“, der Turnierplan sah für Lauf kein Zuckerschlecken vor! Ein frühmorgendlicher Turnierstart gegen den „Platzhirsch“  Feldkirchen Tigers inklusive deren Heimschiedsrichtern, dazu eine schwere und nur bedingt nachvollziehbare Viertelfinalkonstellation mit Spiel gegen den späteren Turniersieger – all dies versprach zunächst nicht für das Weiterkommen.

 

So begann das Turnier leider auch wenig erfreulich. Obwohl der Gegner Feldkirchen Tigers hinsichtlich seines spielerischen Niveaus durchaus schlagbar erschien, konnten wir unser Potential nur bedingt ausschöpfen. Enttäuschend die so offensichtlich parteiischen und für ein Turnier auf diesem Niveau leider wenig kompetenten Schiedsrichter. Fair Play hinsichtlich Taktik und Verhaltens war nicht beim Feldkirchener  Coach und nicht bei den Kindern zu erkennen. Die Schiedsrichter ließen wiederholt grobes Foulspiel gewähren und unterstützen sogar verbal das eigene Team. Einzig positiv war, dass sich trotz diverser Blessuren niemand ernsthaft verletzt hatte. (22:33)

 

Umso beeindruckender war die Leistung der Kinder im zweiten Spiel gegen Koŝ, des Vereins der slowenischen Volksgruppe in Kärnten. Unbeeindruckt von den Erfahrungen aus dem ersten Spiel setzten die Laufer Kinder nun alles daran, die zweite Begegnung für sich zu entscheiden. Hochkonzentriert und selbstsicher wurde in das Spiel gestartet und mit dem ersten Korb die Führung bis zum Ende nicht mehr abgegeben. Obwohl die Kinder des  Zweitligisten spielerisch deutlich stärker als der vorherige Gegner auftraten, konnten wir klar diese Begegnung für uns entscheiden: Gelungenes Mannschaftsspiel in Kombination mit der nötigen Aggressivität in der Verteidigung ließen uns das Spiel dominieren. Auch wenn das Team durch talentierte Einzelspieler getragen wird, haben alle Kinder Verantwortung übernommen und zu diesem Sieg beigetragen. Lauf gewann verdient und erntete die Hochachtung der Gegner für ihr Spiel. (41:24)

 

Der Tag schloss mit einer großartigen Eröffnungsfeier im beeindruckenden EM-Stadion, an der wir als eines der ausgewählten deutschen Teams einlaufen und unser Land unter tosendem Applaus präsentieren durften. Nach dem gemeinsamen Ablegen des sportlichen Eids betrachteten wir noch einige tolle Showeinlagen. Besonders beieindruckend war für uns die Show-Dunks-Vorführung und die lautstarke Atmosphäre des langen Abends.

 

Das dritte und letzte Gruppenspiel am folgenden Tag gegen Team United wurde daher etwas verschlafen geführt, der Sieg war jedoch von Anfang an nicht gefährdet. In diesem Spiel kamen die Kinder der Bank verstärkt zum Einsatz. Sie genossen es sichtlich, internationale Spielerfahrung zu sammeln, viele Wechsel waren möglich und es hatte einfach Spaß gemacht. (35:18)

 

Mit dem Viertelfinale, souverän geleitet von internationalen Schiedsrichtern (wie auch die Begegnung gegen Koŝ), erwartete uns ein sehr schweres Spiel gegen den späteren Turniersieger B2B Baskets. Die Kinder gingen wie erwartet mit zu viel Respekt in die Begegnung – und auch wenn das B2B Team verdient gewonnen hatte, gelang uns nach Ablegen der ersten Nervosität ein gutes Spiel. Die agil auftretenden amerikanischen Kinder spielten von Beginn an Full Court Press, wie sie in dieser Form in dieser Altersgruppe in Deutschland leider nicht erlaubt ist. So benötigten wir zwei, drei Anläufe, um das in der Turniervorbereitung entsprechend Geübte auch anzuwenden. Zunehmend konnten trotz der Stärke der US-Kinder viele Chancen herausgespielt werden – um sie dann aufgrund dem „Respekt vor der eigenen Courage“ letztlich zu vergeben. Die Chancenauswertung entsprach in etwa nur 20 Prozent. Doch viele schöne Spielzüge sind entstanden, ein schnelles Umschaltspiel gelang und der gegnerischen Presse konnte das eigene Können entgegen gesetzt werden – in diesem Alter eine große Leistung. Der noch nötige erfolgreiche Korbabschluss wird im nächsten Spiel gelingen. Nachdem deutlich wurde, dass wir das Spiel verlieren würden, kamen alle Kinder von der Bank zum Einsatz. Daher spiegelt das Ergebnis nicht wirklich die Spielverteilung wider, macht uns aber auf positive Weise deutlich, wo wir uns verbessern können. Coach und Kinder waren trotz der Niederlage mit ihrer Leistung sehr zufrieden und sehen sich in ihrer Trainingsarbeit bestätigt. (11:44)

 

Es waren wunderbare Tage in Klagenfurt – ein tolles Team wächst und spielt hier zusammen – es ist ein Geschenk, diese Kinder in ihrer basketballerischen und menschlichen Entwicklung begleiten zu dürfen.

 

In eigener Sache:

Aus der Sicht des Coaches war es eine echte Freude, souverän geleitete Basketballspiele ohne jegliche altersspezifische Regel-Einschränkungen spielen zu dürfen. Dies gemeinsam mit hoher Kompetenz und sehr gutem Spielverständnis der Schiedsrichter trägt zu einer positiven Spielkultur immens bei. Dahingegen sorgen in der heimischen Minibasketball-Landschaft diverse Sonderregelungen auch in den höherklassigen Ligen dafür, dass eine komplette Ausbildung der Kinder nur schwer möglich ist, denn Ausbildung erfordert auch Anwendung des zu Erlernenden. Und um Spielkultur auch bei jungen Spielerinnen und Spielern zu verankern, sind kompetente Schiedsrichter auch im Minibereich unverzichtbar – auch Kinder haben es verdient, gute Schiedsrichter als Spielleiter zu bekommen. Das internationale Parkett macht es deutlich, dass Kinder eine “komplette“ Ausbildung benötigen: Es ist möglich, Basketball auch ohne spielerische Einschränkungen einzuüben und anzuwenden, wenn sie kindgerecht dazu angeleitet werden – Basketball wie es ist!

 

Diese internationalen Erfahrungen bestätigen mich in meiner Überzeugung als Ausbildende, dass auch U10-Kinder Basketball mit allen vorhandenen Regeln erlernen und taktischen Elementen spielen können und dieser Anspruch auch ihre Spielfreude vertiefen kann.

 

Um noch einen Schritt weiter zu denken: Ich halte ich es von großer Bedeutung, sich mit dem internationalen Standard der Spielkultur bereits in diesem Alter auseinander zu setzen – und weniger daran zu arbeiten, Regeln immer mehr zu vereinfachen und immer mehr Einschränkungen den Kindern und Coaches aufzuerlegen.

 

Think straight – Basketball wie es ist! Karin Bergdolt

 

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